Donnerstag 30 November 2006 um 19:26
Ich frage mich, ob die Journalisten, die in Berlin die Reden unserer Politiker auswerten, kommentieren und bewerten überhaupt noch hinhören. Da fordert der grosse Mund der sogenannten Sozial-Demokraten doch glatt die älteren Arbeitnehmer auf "nicht zu warten bis sie in Hartz4 kommen und früher einen Job anzunehmen.."
Liebe Journalisten, liebe Presse!
Bitte versucht doch mal, wenn ihr über 50 seid, einen Job zu bekommen. Ich selber bekam vor einiger Zeit schon mit 39 Jahren die ersten Absagen mit der Begründung "zu alt". Wenn man den Aussagen des Herrn Müntefering glauben darf, sind wieder mal die Arbeitslosen älteren Arbeitnehmer einfach zu faul sich rechtzeitig um einen neuen Job zu bemühen. Warum ist dieser Satz niemanden aufgefallen, aufgestossen? Warum wird dieser Satz nicht kommentiert? Ich kann voll verstehen wenn man als Journalist in Berlin irgendwann nicht mehr genau hinhört bei all dem Gelabere aber hey - ihr verdient immerhin euer Geld damit und da muss man sich zusammenreissen. So ein Satz ist doch immerhin ein Highlight und da kann man doch echt mal den Kopf kurz einschalten, oder?
(mehr)
Mittwoch 29 November 2006 um 02:11
Ich möchte nicht versäumen Dir,
Franz Josef Degenhardt mal ganz herzlich zum 75. zu Gratulieren. Du hast mir viele Gründe zum Nachdenken geliefert in Deinen Texten. Oft war ich nicht Deiner Meinung - aber ich war immer auf Deiner Seite. Ich bin hoch erfreut darüber, dass es solche Musiker in meinem Lande gibt und wünsche Dir viel Gesundheit und noch viele Jahre des Musizierens.
Dienstag 28 November 2006 um 00:21
Da motzen sie herum über Computerspiele, die Experten der Republik und streuen uns Sand in die Augen über die wahren Gründe darüber, warum sich Jugendliche abgehängt fühlen, warum es in Deutschland eine neue Armut und eine neue Unterschicht gibt.
Denn die Fahne, die über unserem Land im Moment weht ist Fahne der Neo-Konservativen. "Selbst dran Schuld" wurde von ihnen als Motto in die Regierung übernommen und wir haben eine Ellenbogen Gesellschaft akzeptiert, in der der Schwächere nicht mehr vom Staat geholfen bekommt, sondern den Spruch: Selbst dran Schuld!
Während die Reichen in unserem Lande immer Reicher werden bekommen wir Tat für Tag irgendwelchen Unsinn in den Kopf erzählt, den wir wegen der ständigen Wiederholung irgendwann für wahr halten während das Solidarsystem unseres Landes Schritt für Schritt gezielt zerstört und durch Privatwirtschaft ersetzt wird. Beispiel: Rente Etliche "unabhängige" Autoritäten, die in den Medien als prominente Meinungsführer fungieren, sind verstrickt mit den Wirtschaftslobbies und neo liberalen Netzwerken, was ein zwiespältiges Licht auf die Wirtschaftswissenschaftler, Politiker und Intellektuellen wirft, die scheinbar selbstlos für mehr Eigenverantwortung und Reformen plädieren und sich dies mit Beraterverträgen, lukrativen Aufsichtsratsposten und dergleichen vergelten lassen. Ein gutes Beispiel ist der sogenannte "unabhängige" Experte Rürupp, der mit seinen drei Versicherungsvertreter-Kollegen unsere Regierung in Sachen Rente "berät".Wie der Autor des Buches "Machtwahn" feststellte, sind diese drei "Experten" Rürupp und Raffelhüschen und Co. in Wahrheit Versicherungsvertreter der Privatwirtschaft. Siehe Video :
http://www.youtube.com/watch?v=xostwXazs2w
Das Loch in den Rentenkassen wird ausschließlich mit der Bevölkerungsentwicklung in Zusammenhang gebracht. Dabei wird einiges verschwiegen, wie etwa dass die Rentenkasse seit der Einheit in hohem Maße mit versicherungsfremden Leistungen belastet wurden. Oder dass durch die Fortschritte in der Produktivität die Abnahme der Einzahler kompensiert wird und zudem das Umlageverfahren relativ krisenfest ist und weniger Betriebskosten verursacht als die kapitalgedeckte Rente. Wie steht es mit unserem Rentensystem und seinen Alternativen?
(mehr)
Montag 27 November 2006 um 14:58
Die Diskussionen gehen hoch um einen "Linksrutsch" der Union. Weil Rüttgers vorschlägt, die Regelungen um ALG1 zu ändern, redet man von einem Linksrutsch. Bevor man aber jetzt meint, es würde sich was verbessern - sollte man die Vorschläge hinterfragen. Dann kommt nämlich raus: Das was jetzt als Linksrutsch diskutiert wird sind Kürzungen.
Zitat: Merkel: "Die Jüngeren werden weniger Arbeitslosengeld nach unserer Meinung kriegen und die Älteren länger. Ich werde diesem Antrag zustimmen."
Da viel weniger ältere Menschen als jüngere betroffen sind, ist das unter dem Strich eine Kürzung, mit der Merkel Geld spart. Wo ist da ein Linksrutsch? Nicht mal mit einer Lupe ist da ein Linksrutsch in Sicht. Welche Blinden sprechen da von einem Linksrutsch?
Sind es die Medien, die uns ein anderes Bild der Union verkaufen wollen, oder meint die Union hier das Prinzip "Etikettentausch" vom Gammelfleisch erfolgreich auf die Politik übertragen zu können?
Dienstag 21 November 2006 um 18:28
Langsam kann ich es nicht mehr hören. Jedesmal wenn irgendwo ein Jugendlicher ausflippt und es kommt heraus dass er einen PC besitzt ist klar: Die Ballerspiele waren schuld und müssen jetzt endlich verboten werden. Diese Forderung ist ziemlich hilflos, denn schnelle Rezepte helfen hier nicht und ein Ballerspiel-Verbot schon gar nicht.
CDU-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach sagte: "Sollte sich tatsächlich herausstellen, dass der 18-jährige Täter sich über einen längeren Zeitraum und intensiv mit sogenannten Killerspielen beschäftigt hat, müsste der Gesetzgeber nun endlich handeln." Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber kündigte an, eine Initiative zum Verbot von Killerspielen aufs Neue in den Bundesrat einzubringen. Der CSU-Chef: "Nach dem verheerenden Amoklauf von Emsdetten darf es keine Ausreden und Ausflüchte mehr geben. Killerspiele gehören in Deutschland verboten. Sie animieren Jugendliche, andere Menschen zu töten." Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) behauptet: "Killerspiele leisten einen verhängnisvollen Beitrag zur leider wachsenden Gewaltbereitschaft und fördern aggressives Verhalten." Was Schönbohm und Stoiber da behaupten, ist schlicht falsch. Es gibt keinen einzigen stichhaltigen Beleg dafür, dass gewalttätige Computer- und Videospiele gewalttätiges Verhalten fördern. Die Behauptung wird durch ständige Wiederholung auch nicht wahrer. Die Rufe nach Verboten dokumentieren vielmehr die Hilflosigkeit einer Politik, deren Einfluss das private Umfeld nicht erreichen kann. Sie führen dazu, dass eine Betrachtung der wahren Ursachen kaum stattfindet: die Isolation einzelner Jugendlicher, die soziale Verwahrlosung an den Schulen, die mangelnde Betreuung auffälliger Minderjähriger.
- So der Spiegel. Dem schliesse ich mich an.
Dienstag 21 November 2006 um 02:49
Nun haben wir den Salat: Roland Koch, unser geliebter Landesvater, Experte in den Gebieten "jüdische Vermächtnisse" und "brutalst-mögliche Aufklärung" hat im Laufe seiner Amtszeit schon einmal Gedächtnisprobleme gehabt.
Nun hat er einen Rückfall in der Affäre um die Freie Wählergemeinschaft bekommen. Die wollen das wohlherzige Angebot Kochs ihnen Geld gegen einen Verzicht auf einen Wahlantritt zu geben nicht annehmen und sogar beeiden dass der Landesvater so großzügig war. Koch widerspricht und meint, er hätte nie so ein Angebot gemacht. Und: "Auch Koch hat seine Bereitschaft zum Eid bekundet, beruft sich aber an einer entscheidenden Stelle auf eine Erinnerungslücke." So schrieb der Spiegel.
Ich empfehle unserem Landesvater daher dringend eine Kur in Bad Orb oder einem anderen Heilbad seines Königreiches äh, Landes. Wer weiß was der noch alles vergessen hat. Eines Tages wacht der morgends auf und hat vergessen dass er Landesvater von Hessen ist und meint er wäre in Berlin, oje...
Freitag 17 November 2006 um 00:18
Wer hätte das gedacht? Heute, am 17. November haben wir im Wald bei der Wolferburg in Wittgenborn jede Menge schmackhafter und dicker Speisepilze gefunden. Kalendermässig gesehen - unmöglich. Die hohen Temperaturen der letzten Tage und die Feuchtigkeit tun ihr bestes die Pilz-Saison dieses Jahr bis weit in den Winter hinein auszudehnen.
Es gab heute Stellen im Wald, wo man vor Pilzen kaum Laufen konnte. So viele Arten habe ich noch nie auf einen Haufen gesehen. Leider waren wie immer die Pilze, die man am meisten sieht, nicht die essbaren. Aber das kennt man ja als Pilzfan...
Freitag 10 November 2006 um 23:00
Wer Hörbücher mag und Rufus Beck Fan ist, sollte auf keinen Fall die kostenlose Edition der Gründungsgeschichte von Greenpeace versäumen.
Hier Klicken zum download
Donnerstag 02 November 2006 um 01:47
"Süsses oder Saures!!" - so schallte es gestern Abend vor unserer Haustür. Davor stand eine gut gelaunte und nur notdürftig verkleidete, junge Schar von Kindern und verlangte nach Süßigkeiten. Ich rief aus dem Nebenzimmer .."frag die Süßmäuler doch mal was Halloween ist, bevor du ihnen was gibst!... " und löste damit Ungemach aus. Was ist Halloween? Ah, oh, mmh - allgemeines Stottern und betretenes nach unten sehen. "Tag deutscher Einheit.. meinte einer und lachte. Die standen doch glatt vor der Haustür und wussten nicht einmal warum sie nach Süßigkeiten fragen.
Naja, die Sternsinger wissen wohl wenigstens noch mehrheitlich wo diese Tradition herkommt. Halloween ist keine Tradition.
Halloween in der Form, wie sie vor meiner Haustür stand wächst in den Medien und den Supermärkten und ist, man verzeihe mir den Ausdruck - amerikanischer Scheiß. Ich hätte nicht erwartet dass einer der Süßmäuler was vom alten keltischen Festen oder Bräuchen weiß. Aber die amerikanische Variante mit dem "Geister erschrecken", die kaum was mit den Ursprüngen von
Samhain, dem keltischen Fest zu tun hat, hätten sie wenigstens draufhaben können.
Nächstes Jahr häng ich einen Zettel an die Tür:
"Achtung! Wer hier nach Süßkram fragt, muss auch erklären können warum - sonst gibts nix! 
Mittwoch 01 November 2006 um 19:11
Ok. Die ersten Bilder unserer Soldaten sind aufgetaucht, die deutlich zeigen dass Soldaten nun mal immer und überall und egal in welcher Uniform nun mal Soldaten sind. Es gibt ja Leute, die schimpfen jetzt auf die Zeitung mit B, die die Bilder veröffentlicht hat. Man gefährde die Sicherheit, heisst es an der Stelle oft.
Hierzu mal ein Zitat von Telepolis:
Was bewirken die BILD-Veröffentlichungen?
Kurzfristig sicherlich vor allem eine Auflagensteigerung. Aber mittel- und langfristig tragen sie vielleicht sogar dazu bei, dass eine wirkliche Diskussion über die Bundeswehreinsätze in Gang kommt. Denn die kritischen Mahnungen der "üblichen Verdächtigen" des Medienzirkus, was deutsche Auslandseinsätze angeht, wurden ja noch nie wirklich gehört.
Das haben aber nicht zuletzt unsere SoldatInnen nicht verdient. Denn wenn sie einen Dienst leisten müssen, den hier zu Hause niemand versteht, dann kommt jeder einzelne von ihnen irgendwann zurück in eine Welt, in der er oder sie nicht mehr verstanden wird. Der Ruf nach psychologischer Betreuung für die SoldatInnen wird dann schnell laut. Aber er ist nicht angebracht, denn die Männer und Frauen, die aus Afghanistan und anderen Gegenden zurückkommen, sind keine Verrückten. Wenn überhaupt, dann ist es der zu Hause gebliebene Teil der Gesellschaft, der psychologischer Betreuung bedarf. Denn er schottet sich medial, politisch und individuell mit allen Mitteln gegen die Wirklichkeit "da draußen" ab. Es ist zu hoffen, dass BILD unwissentlich damit begonnen hat, diese Barriere einzureißen.
Ok, lasst uns über Afghanistan reden. Die allermeisten Leute, die im Moment die moralische Keule schwingen, oder vermeintlich kluge Sachen über den Einsatz der Truppe im Hindukush erzählen, haben nämlich keinerlei Ahnung davon, was Afghanistan bedeutet. Weder kulturell noch religiös, weder miltärisch noch soziologisch.
(mehr)