Kultur
Auto-Bosse drohen der EU?
Samstag 27 Januar 2007 um 23:19Was muss ich da hören? Die versammelte Automobilindustrie Deutschlands droht der EU und Deutschland. Im Spiegel heisst es "Ein Grenzzwert von 120 Gramm Kohlendioxid ginge zu Lasten der gesamten europäischen, aber im Besonderen der deutschen Automobilbranche, heißt es in dem Brief. Eine solch kategorische Zielsetzung könne nicht akzeptiert werden. Er bedeute eine gravierende Verzerrung des Wettbewerbs. Dadurch würde die Wettbewerbsfähigkeit zahlreicher Standorte in Europa massiv geschwächt. Eine Abwanderung zahlreicher Arbeitsplätze bei den Automobilherstellern, wie auch in der Zulieferindustrie aus Deutschland und anderen Produktionsstandorten in Europa wäre die unmittelbare Folge."
Zunächst stelle ich fest: Dieselben Leute haben sich auch jahrelang gegen die Einführung des Katalysators ausgesprochen - mit denselben Argumenten. Das war Blödsinn, denn während die einen noch meinten "unmöglich" hatte Porsche, soweit ich mich erinnere schon auf damals scharfe US-Amerikanische umgestellt und verkaufte massig Autos mit Kat. Soweit zum Stand von vor 20 Jahren.
Die Herren haben einen pawlowschen Reflex! Sobald irgendjemand mit unangenehmen Veränderungen am Gewinn droht, weil sie ihren Hintern nicht von selbst bewegen oder sie höhere Löhne bezahlen sollen, drohen sie mit Arbeitsplatzverlust. Als Industriekaufmann weiss ich, dass da manches sogar ein Argument ist: Nämlich wenn man billiger, besser oder schneller und einfacher im Ausland produzieren kann. Was anderes interessiert den Kaufmann nicht. Mystisch, warum ein Grenzwert, der es schwierig macht weiterhin die "Premium-Klasse", also die Autos mit 100 und mehr PS, zu bevorzugen dann Arbeitsplatzverlust in Deutschland bedeutet. Die Herren verdienen einfach mehr an einem dicken Stinke-Auto als an einem kleineren Öko-Auto, womöglich müssten sie ihre Motoren umkonzipieren, die Produktion umstellen - Igitt, wie soll man das den Aktionären erklören. Da sind sie wieder, die Eliten, deren Entscheidungen wahrhaft katastrophale Auswirkung auf die Wirtschaft Deutschlands haben. Ohne jeden Durchblick, ohne jede Moral.
Jedem Dummi mit Führerschein ist klar, dass in Zukunft schadstoffarme und sparsame Autos zwingend notwendig sind, sagte ich Zukunft? Sie sind jetzt schon nötig. Während diese Herren jammernd die alte abgeleierte Gebetsmühle "Arbeitsplatzverlust, Arbeitplatzverlust" drehen, marschieren andere Nationen technisch an ihnen vorbei: Die Japaner, zb oder die Franzosen. Zukunft ist teuer, klar. Aber diese Leute haben lieber kurzfristige Renditen. Umwelt? Zukünftige Marktanteile sichern? Technische Vorreiterrolle? Egal. Ausbilden? Nö, zu teuer. Aber gleichzeitig jammern sie, dass in 30 Jahren zu wenig Facharbeiter da wären. Das sind genau die, die sie JETZT nicht ausbilden!
Jahrelang loben Regierung und Automobilindustrie sich gegeneitig für ihre angebliche Vorreiterrolle im Umweltschutz, die klärt uns auf dass das gar nicht stimmt und was kommt? Die alte Leier..
Jungs, das ist mittlerweile wirklich richtig schlecht gelogen.
Einkaufen in Wächtersbach - Medimax
Freitag 26 Januar 2007 um 12:16Seit einigen Monaten haben wir in Wächtersbach einen "Medimax", angesiedelt im Globus-Kaufparadies - "wo die Welt noch in Ordnung ist".
Ich fand heute einen Artikel eines Kunden, der als Testeinkäufer im Wächtersbacher Medimax unterwegs war. Den möchte ich euch nicht vorenthalten und stimme dem Kunden voll und ganz zu.
MediMax Wächtersbach
Testbericht über MediMax, Letzte Aktualisierung am 29.01.2006
Der MediMax Wächtersbach befindet sich im GLOBUS Warenhaus an der Main-Kinzig-Str. neben dem Hauptzugang zum Food-Bereich. Der Aufbau des Markts ist wie bei den Branchenvertretern derselben Kette und anderer Handelshäuser : Am Eingang die "Weiße Ware", also Kühlschränke, Herde, Gefriertruhen, dann Küchenmaschinen, Lockenstäbe und eine leidliche Anzahl von Kaffeemaschinen. Durch diese Abteilung muss man durch, ob man will oder nicht, um in die anderen "Abstellungen" zu kommen. Um zur Kasse zu kommen, muß man wiederum durch die Audio-Abteilung vorbei an Ramschkisten vollgepackt mit "Schnäppchen" und "Sonderangeboten" - vorzugsweise natürlich elektronischen und nicht-elektronischen Nippes, den kein Mensch braucht.
Branchentypischer Aufbau, wird man meinen - jedoch verpacken andere Märkte die Psychologie geschickter. Dieser Markt sieht vom gesamten Aufbau einfach nur aus, als hätte ihn ein Grenzdebiler eingerichtet.
Das Sortiment umfasst die gängigen Marken aus allen Bereichen mit besonderem Schwerpunkt auf den LowBudget- und LowQuality-Bereich. Hochpreisige und qualitativ sehr hochwertige Produkte wird man vergeblich suchen, ebenso neueste Produkte die frisch von den Messen kommen.
Für die meisten Produkte, die bereits 60% ihres Produktzyklus hinter sich haben und wo im MediMax Wächtersbach versucht wird, an den Mann bzw. die Frau zu bringen, werden unsinnigerweise immer noch Listenpreise verlangt. Teilweise sind Produkte auch wesentlich teurer als im Umkreis.
Beispiel vom 28.1.2006 : Braun Tassimo TA1200 bei Schaper € 79,00 bei MediMax € 129,99
Das gesamte Portfolio deckt den Bedarf von Haushalten mit geringem bis mittlerem Einkommen, die Altersgruppe von 35+ sowie Haushalten mit eher niedrigerem Bildungsstandard ab. Markenbewußte zahlungskräftige Kundschaft wird attraktive Angebote eher vermissen.
Vielleicht ein paar Worte zu den "Abstellungen" im einzelnen:
Verbraucherschutz? Bitte nicht so...
Donnerstag 25 Januar 2007 um 12:22Ich war heute morgen echt sauer. Ausgelöst durch den propagandistischen Beitrag in den Tagesthemen von gestern Abend, in deren Betrag über die private Rentenversicherung schon wieder die selben verlogenen Phrasen wiederholt wurden und der Kommentator des SWR, Herr Rainald Becker auch nix besseres zu sagen wusste, schaltete ich also das Internet ein und fahndete nach Hinweisen auf die Rendite der Riesterrente.
Die ersten Artikel die ich dazu fand waren ziemlich komisch, denn das Datum ihrer Erstellung lag lange VOR der Einführung der Riesterrente. Ich landete dann auf einer Seite mit dem Logo "Verbraucherschutz-Magazin.de". Die Aufmachung der Seite erschien mir verdächtig. in der oberen Menueleiste finden sich folgende Begriffe: Start - - - - - - - - - -
Objektive Beratung? Geldanlage? Häh? Ein Klick auf den Impressum-Link brachte eine
transparent GmbH & Co. KG
Schlesische Straße 27, 10997 Berlin als Verantwortliche der Seite zu Tage. Oha! Treffer!
Das ist ein Teil der Transparent-Gruppe (ein total witziger Name in dem Zusammenhang), die u.a. folgende Portale betreibt: transparent.de, versicherung.net, rente.com, firmenversicherung.net, versicherungsvergleich.org, berufsunfaehigkeit.com, krankenversicherung.net, hausratversicherung.de, riester-rente.net, kfz-versicherung.com, verbraucherschutz-magazin.de
Warum ein Versicherungsvertreter-Konzern ungestraft den Namen "Verbraucherschutz" zur Abzocke gebrauchen kann, ist mir ein Rätsel. Ebenso ungeklärt für mich ist, warum der "richtige" Verbraucherschutz inzwischen auch den Lügen aufgesessen ist.
Tschüss Steinmeier!
Mittwoch 24 Januar 2007 um 12:21Ich sage es gleich ganz deutlich:
Guantanamo ist illegal.
Es ist völlig egal welchen Glaubens und welcher Staatsangehörigkeit jemand ist - kein Mensch darf in Guantanamo sitzen.
Die Blödzeitung weigert sich - völlig entgegen ihrem sonstigen Gebaren - bis heute über diesen Fall zu berichten und nimmt Steinmeier in Schutz. Im Laufe der Jahre haben wir viele politische Skandale gesehen. Die Art und Weise, wie dieser jetzt abläuft ist jedoch atemberaubend. Scheinbar an jeder Ecke taucht täglich wieder ein Schreiben auf. Sicher scheint nur eins: Die Bundesregierung selbst hielt Kurnaz für harmlos. Täglich ändert sich die Informationslage, Steinmeier schweigt. Ich hab so ein Gefühl dass Steinmeier am Ende über den Fall zu Fall kommt und - worauf ich mich wirklich schadenfroh freue - Joschka "Anarcho" Fischer wird dann wohl vor einem deutschen Gericht stehen und sich verantworten müssen.
Neue Codierung
Sonntag 21 Januar 2007 um 19:27Lieber Leser! Ich habe heute die Codierung dieser Seite geändert, um auch Newsfeeds anzeigen zu können. Einige der alten Artikel enthalten jetzt komische Sonderzeichen. Ich werde versuchen diese - so möglich - nachträglich abzuändern. Ich bitte um Nachsicht...
gruss
Frank Kolb
Mail an Nina Hauer
Samstag 20 Januar 2007 um 00:17Ich schreib eben eine Mail an "meine" Abgeordnete, Frau Nina Hauer von der SPD mit folgendem Inhalt:
Hallo Frau Hauer! Mit grosser Freude habe ich gerade ihre kritische Haltung zum Thema PPP und REITs auf Ihrer Homepage gelesen.
Ich freue mich, dass es Abgeordnete gibt, die den Wahnsinn erkennen, der darin liegt wenn man sein Tafelsilber verscherbelt um kurzfristige "Verschönerungen" des Haushaltes präsentieren zu können.
Meine Frage: Wie stehen Sie und - Wie steht die SPD Fraktion zu diesem seltsamen Gesetzentwurf, der am 18.01 das Parlament beschäftigte? (Entwurf eines Gesetzes zur Schaffung deutscher Immobilien- Aktiengesellschaften mit börsennotierten Anteilen)
Wie können Sie mir erklären, dass das ÖPP Gesetz von einer amerikanischen Anwaltskanzlei formuliert wurde? (http://zeus.zeit.de/text/2005/41/Law_Firms)
Vielen Dank für ihre sachkundige Antwort!
Mit freundlichen Grüssen
Frank Kolb
63607 Wächtersbach
Die Antwort werde ich hier dokumentieren
Der Bundestag scheint es eilig zu haben dieses idiotische Gesetztesvorhaben durchzudrücken:
http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2007/2007_012/04.html
Mail von Profalla
Donnerstag 18 Januar 2007 um 14:19 Ich erhielt eine Serienmail von Ronald Profalla, dem Generalsekretär der CDU, die ich natürlich sofort beantwortete. Er antwortete mir mit einer Serienmail auf meine Kritik und Sorgen um die geplante Vorratsdatenspeicherung. Ich dokumentiere die Mail aus Bonn und meine Antwort hier zum nachlesen: (mehr)"Wir könnten die Alten locker versorgen"
Donnerstag 18 Januar 2007 um 10:39Während dieMedien im Moment voll auf den Demografie-Hype aufspringen und ungeprüft die demagogischen Phrasen der Versicherungsvertreter in Regierung und Eliten unterstützen, gibt es nur wenige mutige Menschen die ihren Kopf einschalten und dagegenhalten. Eine solche Stimme findet sich heute in der Frankfurter Rundschau. Der Demografie Forscher Gerd Bosbach widerspricht den Phrasen der Versicherungswirtschaft.
(mehr)
An meine Vertreter im Bonn - Email an die Elite
Donnerstag 18 Januar 2007 um 10:11Sehr geehrte Damen und Herren! Ich kann es gut verstehen, wenn alles Mögliche für meine Sicherheit getan wird.
Ich kann nicht verstehen, warum dieselben Vertreter, die sich seit Jahren erfolgreich dagegen wehren ihre Nebenverdienste offenzulegen - andererseits für eine Vorratsdatenspeicherung stimmen, die ALLE Bürger betrifft. Die geplante EU-Maßnahme verstößt meiner Meinung nach gegen den Geist der freiheitlich-demokratischen Grundordnung unseres Landes und darf nicht umgesetzt werden.
Mit freundlichen Grüßen Frank Kolb, Wächtersbach
Diese Mail ging vor drei Tagen an ALLE Abgeordneten des Deutschen Bundestags. Ich werde über die Antworten meiner Volksvertreter hier berichten.
Beck, Bild und Blödsinn
Montag 15 Januar 2007 um 13:47Einen sehr lesenwerten Artikel über die Hintergründe der Bild-Aktion gegen Henrico Frank kann man in der Berliner Zeitung finden.
"Deutschlands frechster Arbeitsloser", wie die Bild-Zeitung titelte. "Frechster" in rot - als ginge von ihm eine Gefahr aus.
"Die Bild-Zeitung hat uns einen Exklusivertrag angeboten für den Tag mit Herrn Beck. Teurer Anzug, nochmal Friseur, Coaching, Limousine, alles was dazu gehört. Wir haben abgelehnt. Wir haben die gar nicht erst in die Wohnung gelassen. Am Ende lagen die vor unserer Tür und haben gefleht, was wollen Sie denn haben? Die haben uns gesagt, Henrico könnte auf einen Schlag all seine Schulden abzahlen."
Als er das nicht mitmachte, gabs Rache....
Anmerkung zur CSU-Krise
Montag 15 Januar 2007 um 13:07Das, was im Moment als CSU-Krise durch die Medien geistert, ist - wenn man mal genauer hinschaut - eigentlich keine Krise der CSU sondern ein Hinweis auf eine allgemeine Krise der parlamentarischen Demokratie. "Die Basis muckt auf", so könnte man die momentanen Bewegungen in der CSU Klientel bezeichnen. St. Oiber wird vorgeworfen einen autokratischen Führungsstil zu fahren und eine Parteipolitik von Oben nach Unten zu machen. Die Basis ist sauer weil "München nicht Oberfranken ist".
Ich bin für so manchen Kommentar der CSU Mitglieder im Moment wirklich dankbar. Allerdings wird das Bild erst komlett, wenn man den Führungsstil der anderen Parteien mit in den Blickwinkel nimmt. Diese "Selbstherrlichkeit" haben nämlich alle Partei-Oberen.
In jeder Partei werden seit einiger Zeit wichtige Beschlüsse von kleinen Zirkeln aus Eliten und Lobbyisten vorbereitet und dürfen von der Basis dann abgenickt werden. Das ist vielleicht einer der Hauptgründe der wirklichen Krise, in der unser Land im Moment steht. Entscheidungen werden fern von jeder Realität getroffen, von Menschen die oft keinerlei Fachkenntnisse aber ausgeprägte ideologische Visionen besitzen und leider oft auch in wirktschaftlicher Abhängigkeit der grossen Konzerne stehen. Während Hartz Emfänger bis auf die Unterhose alles vorweisen müssen, weigern sich die Herrn Abgeordneten bisher erfolgreich ihre kompletten Einkünfte anzugeben.
Mitarbeiter von Unternehmen werden wie selbstverständlich an Ministerien "ausgeliehen", wo die wirtschaftlichen Interessen derselben direkt in Sachentscheidungen und Gesetze einfliessen. So genehmigen z. B. in der zuständigen Stelle in Hessen die Mitarbeiter der FAG die Nachtflüge quasi sich selbst, was zu einer lächerlich geringen Ablehnungsquote führte. Es ist ein gutes Zeichen wenn Mitgliedern einer politischen Partei diese Dinge aufstossen und sie dagegen aufbegehren. Von daher ist die sogenannte Krise der CSU einfach das Ankommen in der politischen Realität für eine Partei, die früher nie gewohnt war, dass "Fragen" gestellt werden von ihrer Basis.
BILD für Atom - Umfragenpropaganda
Montag 15 Januar 2007 um 11:51Vorgestern Abend sass ich staunend vor den Nachrichten, als im Heute-Journal erzählt wurde, dass nach einer Umfrage des Forsa Instituts 61 Prozent der Deutschen gegen einen Atomausstieg seien. Als ich dann hörte, die Umfrage sei im Auftrag der BLÖD am Sonntag gemacht worden, wurde ich skeptisch. Nicht nur ich - zum Glück - denn Wolfgang Lieb von den Nachdenkseiten hat auch aufgepasst:
"Gefragt wurde aber gar nicht danach, ob die Deutschen für oder gegen Atomkraft sind, sondern ob es vertretbar sei, aus der Atomenergie auszusteigen, bevor alternative Energien wie Sonnen- oder Windkraft in einem vergleichbaren Umfang zur Verfügung stehen!
Noch interessanter ist, dass Spiegel Online zusätzlich berichtet, dass noch im April vergangenen Jahres 60 Prozent der Befragten dafür waren, die Regierung solle den Atomausstieg überdenken. Wenn man also überhaupt solchen (Auftrags-)Umfragen glauben schenken will, heißt das aktuelle Umfrageergebnis doch, dass die Zahl der Zweifler am Atomausstieg also eher abgenommen haben.
Wie fragwürdig und je nach Auftraggeber beeinflussbar solche Umfrageergebnisse sind, belegt eine weitere Umfrage erst vor wenigen Tagen (am 8. Januar 2007). Emnid kam im Auftrag von N24 http://www.presseportal.de/story.htx?nr=924429 zu dem Ergebnis, dass trotz der aktuellen Diskussion über die Sicherheit von Energieimporten gerade umgekehrt wie bei der BamS-Forsa-Umfrage exakt derselbe Prozentsatz, nämlich 61 Prozent der Befragten „eine weitere Nutzung der Kernenergie über die rot-grüne Ausstiegsvereinbarung“ hinaus ablehnten.
Fazit: Frage bei jeder Umfrage, welches Ergebnis der Auftraggeber der Umfrage wünscht und was er politisch mit dem Umfrageergebnis erreichen will. Jeder sollte wissen, dass mit Umfragen Politik gemacht wird."
Schon wieder gelogen...
Dienstag 09 Januar 2007 um 09:08Gegen Ende es letzten Jahres wurden wir in jeder Talkshow und jeder Nachrichtensendung mit einer Nachricht penetriert: Das Konsumklima habe sich verbessert, der private Verbrauch sei "überraschend" stark angestiegen und die Eliten jubelten. Das sei auf ihre erfolgreichen Reformen zurückzuführen. GfK-Marktforschung am 28. November 2006 Deutsche Bundesbank In jeder Nachrichtensendung wurde das gebetsmühlenartig wiederholt, die Medien sprangen auf den Zug auf.
Gelogen! Gelogen!
Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes setzte der Einzelhandel in Deutschland im November 2006 nominal 0,2% mehr und real 0,5% weniger um als im November 2005.
Hartz IV halbieren!
Sonntag 07 Januar 2007 um 11:20Ich fordere einen öffentlichen Urintest für den Chef der Hamburger Arbeitsagentur (ARGE Hamburg), Herrn Rolf Steil. Der schlug allen Ernstes vor, den Regelsatz für Hartz IV Empfänger auf die Hälfte zu reduzieren. Im Hamburger Abendblatt meinte er, dass die Differenz zum Überleben durch sog. Zusatzverdienstmöglichkeiten im staatlichen Billiglohnsektor, also mit Ein- Euro Jobs aufgefangen werden soll. Zum anderen sieht Herr Steil einen "sich ausweitenden Niedriglohnsektor, den die Bundesregierung schaffen will. Das ist also das Ziel unserer Eliten. Sie wollen aus Deutschland sowas wie China oder Mexiko machen.
Die Schaffung eines solchen neuen Sektors führt dazu, dass die Löhne insgesamt sinken. Dadurch werden immer Menschen in ein unwürdiges Leben gedrängt, während die Global-Player dann weitestgehend freies Spiel haben sollen. Dieses Ansinnen ist mehr als Unfug - es ist schlicht Menschenverachtend und eine Schande für jemanden, der in einer solchen Position arbeitet.
Gammelfleisch im SPD-Konzept
Samstag 06 Januar 2007 um 23:30Was muss ich heute schon wieder für einen Unfug von den sogenannten Sozial-Demokraten hören? Ihr Soziales Profil wollen sie schärfen, hiess es. Und was machen sie? Ok, Lohn-Nebenkosten für Geringverdiener senken ist ok, aber die Begründung lässt mich schon wieder rote Ohren bekommen: Man müsse Anreize für Langzeitarbeitslose schaffen. Damit haben sie bewiesen, dass sie nichts ändern. Nicht ihre miese und grundfalsche Wirtschafts- und Steuerpolitik ist schuld dass es zu wenig Arbeitsplätze gibt, nein - die Arbeitslosen sind nur nicht genug "angereitzt" um einen Job anzunehmen. Whow. Diese Haltung ist nicht mal gut abehangen und einfach umetiketiert, wird jetzt als "Neu" und was mich besonders ärgert, als sozial verkauft.
Nachdem ich gestern gelernt habe, dass die Zahlen, mit denen der neoliberale Sozialdemokrat Beck um sich wirft schlicht falsch sind, höre ich heute noch mehr erstaunliches:
Chaos und Hartz IV
Samstag 06 Januar 2007 um 18:50Niemand blickt mehr durch. Der Arbeitsmarktexperte Schröder sagte in einem Interview mit der taz einige Sachen, die dem geneigten Leser mehr als komisch vorkommen. Bundespräsident und -kanzlerin predigten noch vor wenigen Tagen davon, wie erfolgreich doch die bisherigen Reformen wären. Die Wahrheit sieht anders aus. Niemand kann im Moment genau sagen wieviele Harz-Empfänger es gibt. Es gibt ein totales statistisches Chaos. 340.000 Menschen sind einfach aus der Statistik verschwunden!
Nachfolgend das komplette Interview:
(mehr)Herzlichen Glückwunsch und gute Genesung!
Donnerstag 04 Januar 2007 um 12:30Lieber Spiegel!
Du wirst 60 Jahre alt in diesen Tagen. Das ist jede Menge für eine Zeitung heutzutage. Du warst mal ein Wachorgan für unsere Demokratie. Kritisch warst du. Nachgefrgt hast du und auch unbequeme Wahrheiten gebracht. Das waren dolle Zeiten und ich erinnere mich gerne an sie. Ich habe dich über viele Jahre hinweg regelmässig gelesen. Ich besitze deine Erstausgabe im Nachdruck.
Leider bist du vor einigen Jahren krank geworden. Du wurdest bunter. Deine Redakteure haben dein innerstes verändert. Du musst inzwischen Schlagzeilen bringen, die auch in der BLÖD-Zeitung gut ankämen:
- „Die Deutschen müssen das Töten lernen. Wie Afghanistan zum Ernstfall wird.“ (20.11.2006)
- „Angriff aus Fern-Ost. Weltkrieg um Wohlstand.“ (11.9.2006)
- „Ansturm der Armen. Die neue Völkerwanderung.“ (26.6.2006)
- „Der neue kalte Krieg. Kampf um die Rohstoffe.“ (27.3.2006)
- „Jeder für sich. Wie der Kindermangel eine Gesellschaft von Egoisten schafft.“ (6.3.2006)
- „Ein Gespenst kehrt zurück. Die neue Macht der Linken“ (mit Foto von Karl Marx) (22.8.2005)
- „Die veruntreute Zukunft. Wie der Staat Milliarden verschwendet und sich immer weiter verschuldet - mit 1834 € pro Sekunde.“ (27.6.2005)
Du wurdest klammheimlich zum neoliberalen Kampforgan umgebaut, sogar gegen sozial-schwache musst du inzwischen Hetzen. Du trennst nicht mehr zwischen Lobbyisten und Fachleuten.
Einer der Lobbyisten der Finanzwirtschaft, der ehemalige CDU-Abteilungsleiter Meinhard Miegel, ist regelmäßiger Interviewpartner und Zitatgeber des Blattes und wird dabei selbstverständlich nicht in seiner Lobbyfunktion, sondern als unabhängiger Experte vorgestellt.
Kurzum, du bist sehr Krank und ich bin froh dass du nur noch 7 Jahre durchhalten musst. Dann wist du 67 und kannst in Rente.
Ein Ex-Leser
Ich empfehle folgende Artikel zum Thema:
60 Jahre „Spiegel“: Vom Aufklärungsauftrag zum ideologischen Kampforgan.
Spiegel-Interview mit dem Staatsoberhaupt: Der neoliberale Stammtisch unter sich
Zitat:
Sie sollten, falls Sie noch Spiegelleser sind, den im Spiegel auch heute noch vorhandenen wachen Journalisten ein Geburtstagsgeschenk machen: den Spiegel so lange meiden, wie er nur noch die Bild-Zeitung der Besserverdienenden und der abgehobenen politischen Elite (und derjenigen, die meinen dazuzugehören) darstellt.