Sonntag 15 April 2007 um 20:41
Das Wochenende war sehr warm. Einem scheint die Hitze im Moment nicht zu bekommen: Der Wirtschaftsweise Wolfgang Franz hat sich für Stundenlöhne unter drei Euro ausgesprochen. Das sei das beste Mittel, um Jobs zu schaffen.
Franz warnte in einem Zeitungsinterview vor der Einführung eines Mindestlohns. Stattdessen müsse man die unteren Löhne von drei oder vier Euro womöglich "noch einmal senken, damit mehr Stellen entstehen", sagte er dem "Tagesspiegel". Bei Mindestlöhnen hingegen gingen massenhaft Stellen im Niedriglohnbereich verloren. Franz ist nicht irgendein Ökonom: Er ist Mitglied im Sachverständigenrat der Bundesregierung zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Da bleibt die Luft für einen Komentar leider weg heute.....
Freitag 13 April 2007 um 11:37
Wer wissen möchte wie man eine Stadt um 100 Mio Euro betrügen kann und straffrei bleibt, dem sei ein Artikel des Berliner Tagesspiegels von vorgestern empfohlen. Die Piranha Strategie heisst er, und beschäftigt sich damit wie Heuschrecken die Stadt Leverkusen abgezockt haben.
sollte man gelesen haben....
Mittwoch 11 April 2007 um 19:14
Einer der mächtigsten Meinungmacher unseres Landes INSM - Initiative neue soziale Marktwirtschaft - ist leider den wenigsten bekannt. Der Arbeitgeberverband fördert diese "Initiative" mit fast 9 Millionen Euro im Jahr und weiss warum. Diese Vereinigung, man könnte fast Mafia sagen, denn es handelt sich um geschlossene Kreise von selbsternannten Experten, die sich stets gegenseitig bestätigen, versucht seit einiger Zeit geziehlt mit immer derselben Methode, die öffentliche Meinung in Deutschland zu beeinflussen und in ihre neoliberalen Regionen zu lenken.
ich empfehle zwei Seiten zum Thema. Mein Parteibuch und Perspektive 2010. Diese Seiten sollte man gelesen haben, bevor man sich mit dem neuesten Coup der INSM auseinandersetzt:
„Unicheck“, ein als studentisches Projekt getarnte Studiengebühren-Kampagne der INSM
Zitat aus den Nachdenkseiten:
Die mit 8,8 Millionen im Jahr vom
Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie finanzierte, sich
selbst als „neoliberal“ bekennende Gehirnwaschagentur „Initiative Neue
Soziale Marktwirtschaft“ hat sich für ihre Kampagne für die
Studiengebühren mal wieder ein neues Täuschungsmanöver ausgedacht:
Unter der Deckadresse „Unicheck.de von Studenten für Studenten“ sollten
Studierendenvertretungen bewerten, wie gut oder wie schlecht die
eingenommenen Studiengebühren von den Hochschulen verwendet werden. Die
Ergebnisse sollen offenbar heute auf einer Pressekonferenz vorgestellt
werden und von der Financial Times Deutschland und von der als
Werbebroschüre verpackten und meistverteilten Studentenzeitung „Unicum“
medial vermarktet werden: „Wer Anfang April ahnungslos auf die Mail von
Thorsten Schröder geantwortet hat, könnte sich dann plötzlich als
Statist einer gut geplanten Pro-Gebühren-Kampagne wiederfinden“
schreibt der ausnahmsweise einmal INSM-kritische UniSpiegel.
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Dienstag 03 April 2007 um 19:22
Ich wunderte mich kaum, als der Boss von Opel in der Tagesschau erklärte, dass er jetzt Arbeitsstellen abbauen müsste. Nur die Begründung war neu. Da stellt sich ein Vertreter derEliten ins Fernsehen und erzählt, dass wir, die Arbeitnehmer, zu produktiv seien und daher entlassen werden müssten.
Zitat:
GM droht mit weiterem Jobabbau
Zwei Jahre nach dem massiven Stellenabbau in Europa hat der
Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) erneut mit der Streichung von
Arbeitsplätzen gedroht. Grund ist die gestiegene Produktivität.
Unglaublich, dass diese Äusserung nicht augenblicklich zu Komentaren führte oder am nächsten Tag in den Gazetten niemand dazu Stellung nehmen wollte. Jahrelang haben uns die Arbeitgeber vorgeworfen dass in östlichen Ländern produktiver Produziert werden könne und wir Arbeitnehmer daher auf Lohn verzichten müssten. Die durchschnittliche Produktivitätssteigerung in Deutschland beträgt etwa 1.3 Prozent im Jahr. Das ist der Betrag - um den wir Arbeitnehmer besser werden. Dass diese Steigerung einmal ein "Argument" für Entlassungen werden würde und dass niemand laut "Au" schreit, beschreibt den Zustand in Deutschland ziemlich gut, finde ich.