Kultur

Neue Überlegungen bei den Grünen

Mittwoch 27 Februar 2008 um 22:54

Die neuen Koalitionsangebote der CDU führen bei den Grünen zu ganz neuen Überlegungen.

Medien, Agenda, SPD und die Linke

Mittwoch 27 Februar 2008 um 00:03

Um zu verstehen, wie umfangreich, wie vollständig, wie gewaltig die Propaganda der bürgerlichen Presse gegen die linke Mehrheit in der Bevölkerung kämpft, muss man heute auf der News-Seite von Google nur das Wort SPD eingeben. Schon findet man über 750 Katastrophenmeldungen.

Zitat:"Neben den Online-Beiträgen von Spiegel, Focus, Welt, FTD, taz finden sich „744 ähnliche Artikel“. Jeder und jede, die noch nicht davon überzeugt ist, dass die „bürgerliche“ Presse ganz überwiegend nicht nur im „bürgerlichen Lager“ steht, sondern unter Verletzung einer ausgewogenen Berichterstattungspflicht gegen eine in demokratischen Wahlen zum Ausdruck gekommene Wählermehrheit ankämpft, sollte nur einmal die Überschriften überfliegen. Dabei wird deutlich erkennbar, was Albrecht Müller in seinem vorigen Beitrag mit „Medienbarriere“ meint. "Wolfgang Lieb, Nachdenkseiten.

Eine sehr gute Ergänzung zu dem Thema stellt ein Beitrag auf der Plattformen YouTube dar. Die Sendung Panorama hatte in den vergangenen Tagen über den Wahlkampf der Springerpresse für den Unionskandidaten in Hamburg berichtet. Dieses Video sollte jeder Genosse gesehen haben.

Ich erinnere mich mit Grauen an die Mediengebete am Wahlabend. "Beschwör, Beschwör - Schwarz-Grün - Beschwör, Beschwör. Sogar die Wahltafeln mit Sitz-Verteilungen im Parlament waren am Wahlabend im Fernsehen schon so angeordnet dass es keine Frage gab, welche Parteien zusammen regieren sollten. Nicht ein einziger der Kommentatoren erwähnte, dass Hamburg in Wahrheit links gewählt hat.

Nun rächt sich auf abscheuliche Weise die falsche Strategie, die der SPD Vorstand, teils aus Hilflosigkeit, teils aus Hirnlosigkeit und mit Sicherheit auch auf Anregung des Seeheimer Kreises eingeschlagen hat. 250.000 Mitglieder hat die Volkspartei SPD verloren, und zwar nur aus einem einzigen Grund: Schröders Agenda 2010. Über Nacht von der Gerhard Schröder seine Partei zu etwas umgebaut worden, in dem sich viele der Genossen nicht mehr wieder finden konnten. Alles was gestern noch richtig und wahr gewesen war, war über Nacht falsch und soziale Romantik. Schröder und die SPD waren es, die die Heuschrecken nach Deutschland holten. Schröder und die SPD waren es, die den Heuschrecken völlige Steuerbefreiung bei der Abschöpfung ihre Gewinne erlaubten.

Es ist schwer, über das Verhältnis der SPD zur Linken zu sprechen, ohne die Liberalen in der Partei zu erwähnen. Diese Leute werden nicht müde, jeden Tag aufs Neue zu erklären, warum die Koalition in Berlin so erfolgreich ist. Wir haben einen" robusten Aufschwung "erklärten sie. Doch wenn man von ihrem Aufschwung die natürliche Produktivitätssteigerung abzieht, bleiben ganze 0,4% Prozent Steigerung des Bruttosozialprodukts übrig. Der Einzelhandel hatte im letzten Jahr ein Umsatzminus von 0,7% zu beklagen, während die Unternehmensgewinne der DAX Unternehmen um durchschnittlich über 20% gestiegen sind. Das ist also ein robuster Aufschwung!

Die meisten der Agendareformen haben sich mittlerweile als falsch oder kontraproduktiv erwiesen. Trotzdem beharren die Agenda Unterstützer darauf, auf dem richtigen Weg zu sein. Die Agenda 2010 ist ein zentraler Punkt in der Diskussion über die Linke. Obwohl die bürgerliche Presse nicht müde wird es jeden Tag zu betonen, setzt sich die Linke im Westen nicht aus Marxisten und Trotzkisten zusammen, sondern vorwiegend aus enttäuschten Ex SPD Mitgliedern, die ihre Partei aus Enttäuschung und Frustration über die Agendapolitik Schröders verlassen haben. Dies war der Grund, warum in Westen die WASG gegründet wurde. Ohne Agendapolitik und Harz vier hätte es im Westen keine Linke gegeben.

Es ist atemberaubend mit anzusehen, dass ausgerechnet diejenigen Kreise in der SPD, die für den Rechts-Schwenk und für den Mitgliederverlust und den Vertrauensverlust in der Wählerschaft verantwortlich sind, jetzt davor warnen dass viele die SPD verlassen würden, wenn man mit der Linken eine Brotkante tauscht. Man kann die Sache drehen und wenden wie man will: die SPD muss sich entscheiden. Entweder eine Zukunft in der Opposition mit einer Fortführung der Agendapolitik, oder zurück zur sozialen Marktwirtschaft und Anerkennung der linken Mehrheit in den Parlamenten. Eine Sache wird auf gar keinen Fall funktionieren: Festhalten an der Agendapolitik plus Zusammenarbeit mit der Linken.

Es ist natürlich eine verlockende Perspektive: man macht sich zur CDU zwei und koaliert in Zukunft nur noch mit der FDP und der Union. Als die SPD vor 20 Jahren, als die grünen neu in Parlament erschienen, beschlossen hatte das diese Partei nicht koalitionsfähig sei, hat sie das 16 Jahre Opposition gekostet. Nichts würde die Union und die Schröderianer mehr freuen. Die Agendapolitik wäre gesichert und die Union für viele Jahre an der Regierung.

Im Spiegel stand vorgestern ein Artikel mit der Überschrift" die SPD zittert". In Wahrheit ist es umgekehrt. Die Agendaunterstützer zittern. Die Union zittert. Das könnte nämlich sein dass immer mehr Genossen in der SPD verstehen, dass jetzt die Zeit ist eine moderne fortschrittliche soziale Politik zu machen. Den Mindestlohn einzuführen. Die mini Jobs abzuschaffen. Den erhöhten Spitzensteuersatz aus der marxistisch kommunistischen Zeit unter Helmut Kohl wieder einzuführen. Ganztagsschulen einzuführen. Die Riester Rente abzuschaffen. Und so weiter, und so weiter..

Die Union zittert

Sonntag 24 Februar 2008 um 12:51

Heute ist Wahl in Hamburg. Viele werden diese Wahl zur Orakelwahl erklären. Aber Vorsicht! Hamburg ist anders. Hamburg ist CDU Domäne, Hamburg ist superreich. Es ist also kein Wunder, wenn die Union heute gut wegkommt und keine Quittung für die SPD.

Die bürgerliche Presse sitzt schon am Startblock. Im neoliberalen Spiegel steht "Die SPD zittert." Das ist gelogen. Die SPD zittert nicht, das tun die Union und die Agenda Unterstützer in der SPD. Die Union weiss dass sie weder im Bund noch in den Ländern mit 5 Parteien eine Chance hat, die Mehrheit und somit an die Regierungsmacht zu kommen. Sie hat keine Optionen. Deshalb fliesst im Moment sehr viel Geld in die Propagandamaschine. Sobald nämlich die SPD aufwacht und versteht, dass sie einfach nur auswählen könnte mit wem sie IHRE Politik macht, ist die Union über Jahre hinweg im Abseits. Der Agenda Kurs wäre gescheitert. Ok, dafür könnte man die umlagenfinanzierte Rente relativ schnell retten und den Riesterbetrug rückgängig machen und den Spitzensteuersteuersatz erhöhen und die Vorratsdatenspeicherung ändern und und und...

Morgen werden daher alle schreiben daß die Wahl in Hamburg eine Quittung für die Überlegung ist, sich mit Linken Stimmen in eine Regierung wählen zu lassen. Egal wie die Wahl ausgeht. 

Ich will die alte Vor-Agenda-SPD wieder zurück und hoffe die Mitglieder, die ohne Anleitung von oben Denken können machen jetzt Druck von unten.

Beck im Abseits - Lachnummer SPD

Donnerstag 21 Februar 2008 um 18:14

Die SPD mit ihrem Vorsitzenden Beck ist eine wunderbare Angelegenheit für jeden Kabarettisten. Beck und Konsorten haben in den letzten Monaten so viel Blödsinn vom Stapel gelassen was Wahlbündnisse anbelangt und Koalitionen, daß - egal was in Zukunft passiert - in jedem Falle die SPD als Verlierer da stehen wird. Realitätsverlust! Das ist das beste Wort, welches mir einfällt.

Für Beck hängt der Himmel tief in diesen Tagen. Einerseits hat er das Erbe von Schröder in der Tasche. Agenda 2010, Hartz, Gesundheitsreform usw. All dies wurde gegen den Willen der Bevölkerung und meist auch ohne Beteiligung der eigenen Fraktion oder der Parteimitglieder durchgesetzt. Die SPD rückte unter Münte und Konsorten nach rechts. So weit nach Rechts, daß der Ruf der Bevölkerung nach sozialer Sicherheit und einer Regierung, der man vertrauen kann, inzwischen als links dargestellt werden kann.

Kritiker aus den eigenen Reihen gäbe es da durchaus viele. Ich will als Beispiel nur die Privatisierung der Bahn im Auftrag von Mehdorn nennen. Durch einen Geschäftsordnungstrick musste die Führung der SPD ihren Mitgliedern verbieten, sich darüber zu äussern. Auch aus den Publikationen der Partei wird jede Kritik rückhaltslos entfernt. Die nachstehende Anzeige durfte nicht im Parteieigenen "vorwärts" erscheinen, obwohl der Autor, Albrecht Müller, über sechs Jahre in dieser SPD Postille eine Kolumne schrieb.

Wenn die SPD also weiterhin lieber Bündnisse mit der CDU und der FDP anpeilt, obwohl die Programme sich mit der Linken zu 90 Prozent decken, wird die SPD zu einer inhaltlichen Lachnummer. Sollte sie die Realität anerkennen und eine moderne und fortschrittliche Politik für Deutschland mit den Grünen und der Linken machen, kann Beck und der Rest Agenda-Vorstand gehen.

Egal was passiert - es wird eine Komödie. Arme, kranke Sozialdemokratie.

Liechtenstein asozial?

Dienstag 19 Februar 2008 um 11:09

Haha, da kommt also der Boss von Liechtenstein ins Land und jammert. Der Boss eines "Landes", welches zu mehr als 50 Prozent von krimineller und antisozialer Steuerhinterziehung lebt. Die deutschen Steuergesetze wären schuld. Ausserdem würde Deutschland mit Kriminellen zusammenarbeiten um an Steuersünder-Daten zu kommen.

Wenn der Drogendealer, der durch einen "Kollegen hochgegangen" war, vor Gericht jammert: "Nur die deutschen Drogengesetze sind schuld und ausserdem arbeitet ihr mit Verbrechern zusammen.." - Wir würden lachen, oder?

Wie lange leistet sich Europa noch eine Oase für Steuerverbrecher in seinem Herz? Liechtenstein - und ähnliche Länder - leben von Geldflucht und . Für alle anderen Länder in Europa ist das ein Verbrechen an der Allgemeinheit. Man sollte diese Löcher endlich mal schliessen.

Bankenrettung kostet Kindergeld

Donnerstag 14 Februar 2008 um 20:42

Ich wollte nur mal eben so nebenbei anmerken, dass die Rettung dieser popeligen Mittelstandsbank IKB den Steuerzahler genausoviel kostet, wie die Erhöhung des Kindergeldes. (Und da war ja monatelang kein Geld für da...) Steuerzahler! Nachdenken!

Wo wäre der Gewinn gelandet, wenn die Spekulationen im amerikanischen Casino geklappt hätten? Genau, bei den Eliten. Wer zahlt den Verlust? Genau. Die Arbeitenden. Klasse.

gute Nacht

Stammzelle an Bord

Donnerstag 14 Februar 2008 um 13:07

Juni 2020, Entführer haben ein Flugzeug mit 500 Ibiza Touristen in ihre Gewalt gebracht. Das Flugzeug befindet sich auf dem Weg nach Ibiza über Mannheim. Die Bundeskanzlerin der grossen Koalition aus FDP und Union befielt den Abschuss.

Nach 10 Minuten meldet sich der Pilot der Jagdmaschine der europäischen Luftwaffe: "Frau Bundeskanzlerin, ich kann das Flugzeug nicht abschiessen." Sie: "Warum, folgen sie ihrem Befehl, sie haben das nicht zu verantworten." Er: "Es geht nicht, es befinden sich zwei Stammzellen an Bord".

Peking 2008

Mittwoch 13 Februar 2008 um 19:42

Manchmal sagen Bilder mehr als Worte. Hier ist ein Film, den ich über einen buddhistischen Blog entdeckte.

Sorry an die Ureinwohner

Mittwoch 13 Februar 2008 um 11:34

Gleich gegenüber, also unten in Australien gibt es heute nur ein Thema:

Der australische Ministerpräsident Kevin Rudd hat sich bei den Ureinwohnern entschuldigt. Nicht nur dafür, dass man ihnen das Land gestohlen hat, auf dem Rudd´s Parlamentsgebäude steht. "Wir entschuldigen uns für die Gesetze und die Politik der aufeinanderfolgenden Parlamente und Regierungen, die unseren australischen Mitbürgern großen Schmerz, Leid und Schaden zugefügt haben" heisst es in der Rede."Und für die Erniedrigung und Herabsetzung, die einem stolzen Volk und einer stolzen Kultur zugefügt wurden, sagen wir Entschuldigung."

Als Deutscher ist man irgendwie Experte für dunkle Kapitel in der Vergangenheit. Australien hat da auch jede Menge. Landenteignung, Kindesentzug, Mord und Totschlag, Zerstörung von Heiligen Orten und der Traumpfade. Eine ganze Generation junger Aborigines wurde ihren Eltern weggenommen und "Zwangs-sozialisiert." Etwa 100.000 Ureinwohner-Kinder wurden bis 1970 (!) ihren Eltern weggenommen. "Heute beginnen wir mit einem kleinen Schritt, um die Verfehlungen der Vergangenheit richtig zu stellen", sagte Rudd bei der Feier.

Was denkt Australien darüber? Ich glaube man kann mit dem Herz oder dem Geldbeutel darüber nachdenken. Die, die ein Herz haben, sind froh über den Schritt. Die Geldbeutel-Denker haben Angst für Schadensersatzzahlungen. Das ist auch der Grund, warum die Opposition im Parlament dagegen war. Schöne Grüsse aus Deutschland, das kenne ich irgendwie alles. "Wie lange sollen wir für etwas Zahlen und Verantwortlich gemacht werden, wofür unsere Generation nicht verantwortlich ist.. usw usw." Das ewig gleiche Geleiere. Schade, dass dieser historische und bewegende Moment in unseren Medien nicht oder kaum wahrgenommen wurde. Ich empfehle den Film Long Walk Home von Kenneth Branagh anzusehen, der erzählt einiges über das Thema und hat mich ziemlich bewegt.

Nachfolgend die original Rede von Rudd in english:

(mehr)

Der Spiegel - der Weg zum neoliberalen Kampfblatt

Samstag 09 Februar 2008 um 13:50

Gestern morgen sah ich mir den Spiegel online an und hatte schon 20 Minuten nach dem Aufstehen zornrote Ohren und war wach wie nie. Früh morgends, Herr Aust hatte quasi die Türklinke gerade aus der Hand, erschien im Wirtschaftsteil des Spiegels ein Artikel, der inhaltlich und formell für die Art von Journalismus steht, die der Spiegel leider eingeschlagen hat und wohl jetzt verstärkt fahren will: Der Weg als populistische, neoliberale Kampfpostille für die eingebildeten Intellektuellen der mittelmässigen , die unser Land kaputtmachen.

Christian Reiermann, - der Name steht für Inhalt - zog alle Register und präsentierte einen Artikel über Neoliberalismus in Deutschland, der zynisch und tatsachenverdrehend die "armen Neoliberalen" ins Rechte Licht rückt. Reiermann scheut nicht davor zurück die Wirtschaftspolitk Erhards mit dem Konzept der neoliberalen Elite in Deutschland zu vergleichen und gipfelt seine Polemik in folgendem Satz:

Als neoliberal gelten hierzulande generell Leute, die sich mit dem Rüstzeug der Ökonomie den Problemen der Wirklichkeit stellen und dabei auch noch Sympathie für das Wirken von Märkten erkennen lassen oder die Globalisierung für eine gute Sache halten.

Das ist dumm und sachlich falsch. Es gibt jede menge sogar konservative wirtschaftliche Konzepte neben dem heutigen deutschen NEOKLASSISCHEN Konzept. Sogar die Linke will sich mit wirtschaftlichen Konzepten und dem Rüstzeug der Ökonomie der Wirklichkeit stellen und hält Globalisierung nicht grundsätzlich für schlecht. Soviel Propaganda habe ich selten auf einer Seite gesehen und mir wird schlecht wenn ich daran denke, dass Spiegel Leser für diese Gehirnwäsche noch Geld bezahlen.

Der Satz muss lauten: Als neoliberal gelten hierzulande generell Leute, die sich mit dem Rüstzeug der neoklassischen Ökonomie die Taschen voller Geld stecken und in Medien Propaganda machen.

Clinton = Bushton?

Donnerstag 07 Februar 2008 um 10:40

Alle reden über die Vorwahlen in den USA. Was mich wundert ist, dass viele Frau Clinton für liberal und fortschrittlich halten. Ich persönlich halte Frau Clinton für gefährlich. Wenn die Demokraten den Fehler machen sie zu nominieren gibt es eine sehr grosse, sehr hässliche Schlammschlacht. Falls Frau Clinton, bzw das Ehepaar wieder Präsident wird, droht uns eine Verlängerung vieler Fehler in der US-Politik.

Lasst uns auf Obama hoffen!

Hundehaufen gegen Datenschutz

Mittwoch 06 Februar 2008 um 12:17

Ich kann es mir prima vorstellen. Der Fillialleiter einer Stuttgarter Sparkasse bekam einen Anruf von der Putzfrau. "Hier ist alles voller Scheisse Kot, so eine Sauerei!". Nächste Frage: Wer war das? Also ran an die Videoaufnahmen aus dem Automaten-Raum. Schnell hatte man herausgefunden wer für diese Verschmutzung verantwortlich war. Eine Mutter mit ihrem kleinen Kind, welches in einen Hundehaufen getreten ist, war am Geldautomat und verliess die Bank ohne die von ihrer Tochter verursachte Verschmutzung zu beseitigen. Man glich die Kontodaten ab und hatte die Adresse der Kundin:

Zitat:

"Aufgrund der Videoüberwachung in unserer Filiale konnten wir feststellen, dass es resultierend aus Ihrem Besuch unseres Geldautomatenbereichs zu einer fäkalen Verunreinigung kam. Wir bitten Sie daher, für die entstandenen Reinigungkosten aufzukommen." In Rechnung gestellt werden 52,96 Euro für "eine Stunde Arbeitszeit Meister/Obermonteur". Zahlbar innerhalb von 14 Tagen."

So einfach ist in Deutschland ein eklatanter Verstoss gegen Datenschutz. Ein Abgleich von Kontodaten mit dem Videoband darf NUR und AUSSCHIESSLICH zur Bekämfpung von Straftaten erfolgen. Das hatte der Fillialleiter der Volksbank in seinem Ärger wohl "übersehen". Nun bemüht sich die Bank aus dem Vorfall eine Straftat zu machen um selbst einer Bestrafung zu entgehen. So ist das mit dem in der Praxis, herrlich.

Edit: Man versucht sich zu einigen.... inzwischen.

Quo Vadis Volksparteien

Sonntag 03 Februar 2008 um 17:25 Quo Vadis Volksparteien

Die Wahl in Hessen scheint endgültig die Positionierung der beiden grossen Volksparteien durcheinander gebracht zu haben. Zum zweiten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik, nach dem Einzug der der Grünen in den 80er Jahren sehen sich die großen Parteien einer geänderten Situation ausgesetzt.

Schon in den 80er Jahren hatten die Parteien damit Probleme, die neue Wirklichkeit anzuerkennen. Man war gewöhnt, dass Politik im wesentlichen und allgemeinen in , Union und FDP abgehandelt wird. Die "Linken" und "Arbeiter" wählten SPD, die Bayern, der Mittelstand und Unternehmer die Union und der verwirrte Rest die FDP. (Von ein paar Einzügen der NPD in Landtage mal abgesehen). Jeder wusste, wo er hingehört, tutti palleti. Dann kamen die Grünen.

Zeter und Mordio, die Grünen sind da! So war damals die Parole. Alfred Dregger sprach im Wahlkampf hier an der Florianhütte in Wächtersbach von der Kommunistischen Gefahr und dass Tomaten am Anfang auch Grün wären und dann Rot würden usw usw. Die Grünen brachten die Mehrheiten der Volksparteien durcheinander. Nun wurde es schwerer für die Union oder die SPD eine Regierung zu bilden. So versuchte man über Jahre hinweg die Grünen zu ignorieren, zu denunzieren und verbal zu verprügeln. Bild, Bams und Glotze machten lange dabei mir. Geholfen hat es - nix.

Nun stehen beide große Volksparteien vor dem Dillema, dass sich die politische Situation im Lande erneut geändert hat und eine neue parlamentarische Kraft auftritt, die sie in gleicher Weise ignorieren, verleumden und zu verteufeln. Erneut wird es für die SPD und die Union schwerer eine Mehrheit für ihre Position zu finden.

Viele Unionsanhänger beklagen, die Kanzlerin wäre Schuld am "Linksruck" in der Union. Die Zusammenarbeit mit der SPD hätte das Profil der Union unkenntlich gemacht. Die Unsicherheit ist nach der Hessenwahl enorm. Soll man nun das soziale Profil schärfen oder auf die konservativen Kernaussagen zurückkehren? Auf der Seite der SPD bietet sich das gleiche verunsicherte Bild. Im März 2003 staunten die Genossen nicht schlecht als Schröder ihnen die Agenda 2010 um die Ohren schlug. Viele Genossen glaubten ihren Augen nicht. Alles was die SPD vorher wollte war auf einen Schlag schlecht und ein neuer, neoliberaler Kurs wurde eingeschlagen, die Kritiker bekämpft. Jetzt, im Jahr 2008 hat die SPD ihren Schröder-Rechtsruck bitter zu bezahlen: Mit dem Einzug der Linken ins Parlament. Viele SPD Anänger erkennen ihre Partei auch nicht wieder, sie sei zu sehr nach Rechts gerutscht meinen sie. Die Ex - Schröder Kumpels warnen in Funk und Presse täglich vor einem Linksrutsch der SPD. Doch eins steht fest: ist im Parlament.

Und wie die Sozialdemokratie des Herrn Beck damit umgeht, ist wahrlich amüsant. Man schmiedet lieber Bündnisse mit der Union und der FTP, deren Programm Null Übereinstimmung mit dem der SPD haben, als die Linke auch nur verbal zu erwähnen. Ausser in Formulierungen wie "die SED oder wie die sonst gerade heissen" ist eine parlamentarische Auseinandersetzung für die SPD im Moment nicht möglich. Obwohl der Bundestag eine linke Mehrheit hat, obwohl Hessen eine linke Mehrheit hat, will und kann die SPD ihr Programm nicht umsetzen und will keine moderne Politik mit der Linken und den Grünen machen. Aus Trotz. Aus Beleidigtsein Oskar gegenüber. Aus Angst.

Die Wähler werden diese Unfähigkeit, die Realität anzuerkennen bestrafen. Mit noch mehr Stimmen für die Linke. Das wird solange gehen, bis die Volksparteien die Realität anerkennen und mit der Linken normal parlamentarisch umgehen.

Das freche Schwein muss weg?

Freitag 01 Februar 2008 um 12:46

Ich freue mich sehr über meine Regierung in Berlin. Die schwer arbeitenden Menschen dort sitzen den ganzen Tag schwitzend im Büro und wollen nur das Beste von unseren Kindern. Unserer Regierung ist es nicht nur wichtig Kinder und Jugendliche von Drogen und Gewaltspielen abzuhalten. Jetzt haben sie einen gefährlichen Feind der Jugend im Visier, wie ich in der Taz lesen durfte:

Das kleine Schwein

Wo bitte gehts zu Gott, fragte das kleine Ferkel Ein Buch für alle, die sich nichts vormachen lassen

So der Titel eines Kinderbuchs von Michael Schmidt-Salomon, welches im Dezember in der Bestsellerliste von Amazon stand. Inhalt des Buches:Das kleine Ferkel und der kleine Igel hatten immer geglaubt, es könnte ihnen gar nicht besser gehen. Doch dann klebt jemand über Nacht ein Plakat an ihr Häuschen, auf dem geschrieben steht: "Wer Gott nicht kennt, dem fehlt etwas!" Also machen sie sich auf den Weg, um Gott zu suchen...

Wo bitte geht's zu Gott?, fragte das kleine Ferkel klärt Kinder auf humorvolle Weise über die drei Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam auf. Die Frage, ob einem religionsfreien Kind "etwas fehlt", wird dabei aus der Perspektive des weltlichen Humanismus beantwortet: "Und die Moral von der Geschicht': Wer Gott nicht kennt, der braucht ihn nicht ..."

Das kann doch wohl nicht wahr sein, dachten sich da bestimmt die Unionsanhänger und siehe da: Die Bundesregierung hat einen Indexierungsantrag gestellt. Das wäre das erste Bestseller Kinderbuch, welches in Deutschland nur von Personen über 18 Jahren gelesen werden darf und das unter dem Ladentisch gehandelt werden muss.

“Die Besonderheiten jeder Religion werden der Lächerlichkeit preisgegeben”, so das Ministerium. Damit sei das Buch geeignet “eine gesteigerte, über die bloße Ablehnung hinausgehende feindselige Haltung gegen eine durch ihre Nationalität, Religion oder ihr Volkstum bestimmte Gruppe zu erzeugen”. Vor allem stößt dem Ministerium auf, dass “der jüdische Glaube durch die bildliche Darstellung und die Charakterisierung der Person des Rabbi verächtlich” gemacht werde. Er werde als “wütender Mann mit entgleisten Gesichtszügen” dargestellt: “Während die Vertreter anderer Religionen eher tölpelhaft und dumm dargestellt werden, scheinen die Verfasser mit der Darstellung des Rabbiners zu suggerieren, dass die jüdische Glaubensgemeinschaft andere Religionsgemeinschaften vernichten will.”

Autor Michael Schmidt-Salomon findet die Lesart des Ministeriums “ungeheuerlich”: “Dieser Antisemitismusvorwurf ist nichts weiter als ein fadenscheiniger Vorwand, um Religionskritik aus den Kinderstuben zu verbannen”, meint er. Auch der Zeichner des Buches, Helge Nyncke, wundert sich: Dass “ausschließlich der Rabbi” als unsympathisch und gewalttätig dargestellt werde, könne nur behaupten, wer “bewusst einseitig und tendenziös sichtbare Tatsachen verfälsche”, so Nyncke. Gunnar Schedel, der Leiter des Verlages, spricht von einem “Anschlag auf die Meinungsfreiheit” und unterstellt: “Offenbar stört unser “Ferkelbuch” die Pläne des Familienministeriums zur christlichen Werteerziehung”.

Da lach ich mich doch weg. Jetzt weiss ich doch endlich wo das Problem liegt: Das Ferkelbuch ist schuld daran, dass die Jugend verroht. Naja, ich habs mir gleich mal gekauft heute.... äh, wie war das nochmal?

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Kant. 1783

 

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