Ich beobachte schon länger Lastfm. Web 2.0 ist ja in aller Munde und so dachte ich mir, probierste das mal aus. Allerdings mache ich mir keine grossen Hoffungen darauf, dass mein eher schräger Musikgeschmack, der so ganz am Mainstream vorbeigeht dort auch wiedergespiegelt wird.
Also testen wir mal, dachte ich, und legte mir also ein Profil dort an. Damit die Site meinen Musikgechmack schnell kennenlernt, lasse ich Itunes bis zum Wochenende im Dauerbetrieb laufen. Zu finden bin ich dort unter http://www.lastfm.de/user/fkolb
Leider ist es mir bisher noch nicht gelungen, den Radiosender in Betrieb zu nehmen. Es dürfen nämlich nur Lieder dort laufen, die freigegeben wurden und das scheinen nicht viele zu sein - bisher. Naja, mal sehen wieviele Tracks ich noch hören muss. Zum Glück ist das Experiment nicht teuer - mit 2,50 Euro war ich einen Monat dabei.
Update, 31.03: Nun funktioniert fast alles. Man kann über den Radioknopf auf meiner Seite Musik hören. Wunderbar.
Ich bin ja eh manches Ostern der Meinung, dass man sich beim Anblick des Fernsehprogramms durchaus gekreuzigt fühlt. Die dumme und überflüssige Debatte in den Medien im Moment ärgert mich allerdings schon. Da will eine sogenannte Kirche, die im Jahr 2008 Kondome in Apotheken verbietet, auch noch bestimmen was ich im Fernsehen sehen soll. Unterstützt werden sie von Leuten, deren Parteien am Osterwochenende für verkaufsoffene Zonen sind und in ihren Städten MEGA-Selling Events zu Ostern erlauben und der BRUTAL-Zeitung.
Genau den Leuten nehme ich die moralische Empörung nicht ab.
Ich fand auf Youtube einen Bericht aus der ARD, den ich niemanden vorentehalten möchte. Hier wird wunderbar erklärt, wie die Versicherungswirtschaft mit selbstgegründeten Instituten und gekauften "Experten" alle über den Tisch zieht. Orwell ist Wahrheit.
Ich gebe es offen zu: von Aktien und der Börse hab ich keine Ahnung. Ich gehöre zu den Geringverdienern. Aktien oder private Rente könnte ich mir, selbst wenn ich wollte - nicht leisen. Aber ich habe eine gewisse Erfahrung. Um die Jahrtausendwende, als die IT-Blase sich täglich an den Börsen blähte, wurde es irgendwie offenbar. Ich arbeitete damals als Angestellter einer IT-nahen Medienagentur und wir fragten uns täglich warum eine "Firma" die nichts als eine fragwürdige aber moderne Idee hat täglich das doppelte Wert sein kann. Ok, bei "wirklichen" Unternehmen, die etwas herstellen und so wachsen kann man durchaus auch als Laie einen Wertgewinn verstehen. Aber auf eine "Idee" alleine - das ist reine Spekulation. Supercasino.
Schon vor etwa vier Jahren kamen die ersten Berichte aus den USA über die Wertzuwächse bei Grundstücken und Immobilien. Gigantisch, was da passierte. Ganze Stadtviertel waren innerhalb weniger Monate das doppelte wert. Die Besitzer nahmen auf den ständig steigenden Wert ihrer Grundstücke Geld auf und kauften sich neue Grundstücke um noch schneller reich zu werden. Da rührte sich mein Vogelsberger Bauernhirn und ich erinnerte mich an die Börsenblase und an diesen European Dingens-Schneeball-Geldeinsammel Club in Gelnhausen damals. Whow, dachte ich, wenn das mal hochgeht.
In den nächsten zwei Jahren sah ich regelmässig Berichte im Auslandsjournal usw über das Thema. Die Unsicherheit dieser Art von "Geldanlage" wurde in jedem dieser Berichte betont. Während all dieser Jahre habe ich von unseren Eliten über dieses Thema wenig gehört ausser der ewigen Forderung nach "Deregulierung des Marktes". Dabei ist jede Art von Spekulation von Deutschland aus im amerikanischen Grundstücks-Casino doppelt gefährlich wegen des Dollar-Verfalls.
Auf einmal: Peng!
Ausgerechnet Banken, die am Staatstropf hängen hat es nun erwischt. Wie kam das alles? Waren die doof oder besoffen vor Gier? Weder noch. Die Eliten rechnen seit einiger Zeit mit Renditen auf ihre Kohle, die mit legalen Mitteln einfach nicht erwirtschaftet werden können.
Deutschlands bestbezahlter Bankvorstand, Josef Ackermann von der
Deutschen Bank, hatte vor zwei Jahren, am ersten Gerichtstag im
Mannesmann-Prozess, einen wunderschönen Satz gesagt: Deutschland sei
das einzige Land der Welt, „in dem diejenigen, die Werte schaffen, vor
Gericht stehen“. Der Deutsche-Bank-Chef stellte die „Wertschaffung“,
die Klaus Esser als Mannesmann-Chef erreicht habe, anhand zweier Zahlen
dar: 80 und 140 Milliarden Euro. Um 80 Milliarden Euro legte der
Börsenwert von Mannesmann während des 14-wöchigen Übernahmekampfes mit
Vodafone zu; um 140 Milliarden Euro stieg er vom Amtsantritt Essers am
28. Mai 1999 bis zur der Einigung auf eine friedliche Übernahme am 3.
Februar 2000. Angesichts dieser „Wertsteigerungen“ seien die 15
Millionen Euro Anerkennungsprämie für Esser lächerlich, „im
Null-Komma-Prozent-Bereich“ (Ackermann).
Das ist Irre. Durch Spekulationen werden also Werte geschaffen?
Und Müller bringt es auf den Punkt: "Josef Ackermann hat mit seinen immer wiederkehrenden öffentlichen
Verkündungen, 25% Kapitalrendite und mehr seien drin, Maßstäbe gesetzt,
Maßstäbe verschoben, irrsinnige Maßstäbe in das Denken der Wirtschaft
eingeführt. Er hat Renditen, die mit normaler Wertschöpfung eines
Unternehmens in der Regel nicht erreicht werden können, zur Messlatte
gemacht."
So war also die Situation. Ackermann hat 25 Prozent "Rendite" vorgemacht und alle glauben das wäre normal und wer das nicht schafft ist ein Versager. Also ran an die Geldesel aus USA dachten sich die Banker und wie in Goldrush von Chaplin zogen sie mit unserem Geld nach Amerika um aus Luft Geld zu machen. Sie sind reingefallen und jetzt schreien genau die, die sonst immer alles de-regulieren wollen nach staatlicher Aufsicht. Saukomisch. Aber das wird nix nutzen, denn die Mitarbeiter des Finanzministeriums sind selber mit dabei.
In seinem Gegenantrag zur Hauptversammlung der krisengeschüttelten IKB
weist Aktionär Wolfgang Philipp nach, dass die hochrisikanten Geschäfte
und Milliardenverluste der Bank, für die nun der Steuerzahler gerade
stehen muss, auch auf einer Empfehlung des IKB-Aufsichtsratsmitgliedes
Asmussen, Ministerialdirektor im Bundesfinanzministerium (BMF), beruhen.
Das kann man hier nachlesen.
Hier ist der Ökonom und Autor von "Die Reformlüge" und "Machtwahn", der Wahlkampfleiter von Willy Brandt, im Gespräch mit Tacheles. Thema sind Fehler und Alternativen zur gegenwärtigen Politik. Was man auf Youtube so alles findet...
Beschäftigen wir uns heute einmal mit der kleinen Gruppe von Rechten in der SPD, die ihre Partei voll im Griff haben. Der Bundesvorstand wimmelt inzwischen von Mitgliedern dieser edelen Garde. Bevor wir uns heute mit einem, bzw dem lautesten Mitglied der CDU in der SPD widmen, erst allgemeines zur Geschichte dieser Maulwürfe. Wikipedia schreibt:
Die Seeheimer in der SPD (Seeheimer Kreis) sind ein Zusammenschluss von SPD-Bundestagsabgeordneten. Sie sind neben der Parlamentarischen Linken und dem Netzwerk Berlin eine der drei politischen Strömungen innerhalb der SPD-Bundestagsfraktion. Die Seeheimer selbst bezeichnen sich als undogmatisch und pragmatisch, in der politischen Berichterstattung werden sie zumeist als rechter Flügel der SPD-Fraktion wahrgenommen. Gegründet wurden sie 1974.
Ein Treffen im Dorint-Hotel in Lahnstein im Dezember 1974 gilt als das Gründungsdatum der Seeheimer. Schon im Vorjahr hatte sich dort auf Einladung von Hans-Jochen Vogel das erste Mal ein Kreis von etwa 40 Sozialdemokraten getroffen, um gegenüber der Linken aus der „theoretischen und ideologischen Defensive“ herauszukommen. Zu den Gründungsmitgliedern zählen auch der ehemalige politische Weggefährte von Willy Brandt, Richard Löwenthal, sowie Gesine Schwan. Der selbstgestellte Anspruch der Seeheimer, in der Grundwertediskussion der SPD eine intellektuell hervorragende Position zu besetzen, wurde allerdings nicht eingelöst; statt dessen erzielten sie ihre Erfolge über die Personalpolitik der SPD und die Durchsetzung von Fraktionsbeschlüssen. Sie traten erfolgreich in die Fußstapfen der Kanalarbeiter, deren Motto „ohne uns läuft nichts“ gelautet hatte.
Geleitet wird der Kreis von Petra Ernstberger, dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Klaas Hübner und Johannes Kahrs. Außerdem gehören Gerd Andres, Doris Barnett, Carl-Christian Dressel, Bundestagsvizepräsidentin Susanne Kastner und Johannes Pflug dem Sprecherkreis an.
Prominente Mitglieder des erweiterten Leitungskreises der Seeheimer sind Umweltminister Sigmar Gabriel, Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, die beiden Gesundheitsstaatssekretäre Marion Caspers-Merk und Rolf Schwanitz, Justizstaatssekretär Alfred Hartenbach, Verkehrsstaatssekretär Achim Großmann, die Umweltausschussvorsitzende Petra Bierwirth, die Verteidigungsausschussvorsitzende Ulrike Merten, der Erste Parlamentarische Geschäftsführer Thomas Oppermann, die stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Fritz Rudolf Körper und Walter Kolbow sowie der niedersächsische SPD-Vorsitzende Garrelt Duin.
Mein Liebling in dieser eng verflochtenen Gruppe der Macht ist ein Mann, den die Gruppe in ihren Sprecherkreis wählte. Johannes Kahrs.
Kars könnte man vorsichtig als machthungrigen, zu allem Bereiten Opportunisten bezeichnen, der auch vor Gesetzesbruch nicht zurückschreckt, um seine Ziele zu erreichen.
Wie mehrfach von mir vorhergesagt: Die linke SPD Spitzenpolitikerin Ypsilanti, auch "Lügilanti" von ihrer eigenen Partei genannt, ist von eben dieser, ihrer eigenen Partei abgeschossen worden. Der Nachfolger ist, was für ein Wunder, oh Wunder: ein "Reformer".
Zitat Spiegel Online über Jürgen Walter:
Ob im "Deutschlandfunk", im "Stern", der "Süddeutschen Zeitung" oder in
der "Frankfurter Rundschau" - Walter ließ keinen Zweifel daran, was er
von Becks Kurs hielt: nichts. Es waren Sätze mit bemerkenswerter
Schärfe, die sonst nicht gegenüber eigenen Parteikollegen fallen:
"Sollte Herr Beck vor der Bundestagswahl behaupten, er würde sich auf
keinen Fall mit den Stimmen der Linken zum Bundeskanzler wählen lassen,
dann wäre das nur noch politisches Kabarett", so Walter jüngst.
So deutlich hatte sich auf Bundesebene niemand in der SPD von Beck
distanziert. Was da aus Wiesbaden nach Berlin drang, war der Unmut
nicht weniger in der SPD. Walter zählt zu den jüngeren Reformkräften in
der SPD, die sich im bundesweit organisierten Kreis der "Netzwerker"
zusammengeschlossen haben. ...Als dieser seinen Posten als
Fraktionschef verlor, sprach CDU-Fraktionsgeschäftsführer Axel
Wintermeyer davon, dass damit der "gemäßigte Flügel" der SPD an
Einfluss verliere. Das sei "erschreckend".
...
Als dieser seinen Posten als Fraktionschef verlor, sprach
CDU-Fraktionsgeschäftsführer Axel Wintermeyer davon, dass damit der
"gemäßigte Flügel" der SPD an Einfluss verliere. Das sei "erschreckend".
Zitat ende.
Aha, Brutus stand also bereit. Nicht der Seeheimer Kreis war federführend, sondern die Nachfolgeorganisation von Schröders Agenda Gläubigen. Damit wäre der Agendakurs in Hessen schon mal sicher. Jetzt wird gezielt Kurt Beck stückweise zerhackt und durch Struck oder Steinmeyer ersetzt. Wetten?
Gestern las ich verblüfft das Grundsatzpapier von Andrea Ypsilanti, welches DIE ZEIT exclusiv abdruckte.
Sie schreibt u.a. :
Dieser Neoliberalismus, dem für ein paar kurze Jahre nicht nur
Politiker der "Mitte" aufgesessen sind, ist jedoch offenkundig nicht
nur sozial und ökologisch, er ist auch wirtschaftlich gescheitert. Er
ist für die Mehrzahl der Menschen weder wirklich bedürfnisgerecht noch
gesellschaftsfähig.Die Erfahrungen mit Privatisierung, Zwangsmobilität, Massenentlassungen
und neuen Einkommenskluften habe seine Versprechungen Lügen gestraft.
Aber die Skepsis der Menschen reicht tiefer. Das neoliberale
Gesellschaftsbild mit seiner Feier der Ich-AG, des flexiblen
Humankapitaleigners und der Verwandlung der Nation in einen bloßen
„Standort“ für Wirtschaftsinteressen gibt den Menschen keine Heimat.
Mein Weltbild ist zerbrochen. Wenn das Programm in der SPD wird, läuft die Partei Gefahr, dass ich Mitglied werde. Seit gestern Abend, 21:00 Uhr bin ich Ypsilianti-Fan.
Die Internetseite german foreign
policy betrachtet die Produktionen des ZDF Zweiteilers" der Untergang der
Wilhelm Gustoff" aus einer ganz anderen Sichtweise.
Der Zweiteiler lief am
vergangenen Wochenende zur besten Sendezeit und wurde von ZDF thematisch
eingerahmt. Zahlreiche zusätzliche Dokumentarbeiträge, die bereits ausgestrahlt wurden,
erinnern an das Leiden deutsche Zivilisten, die Opfer von "Gewalt und Vertreibung
durch die Partisanen" wurden, eine "schlesische Tragödie" durchlebten oder ihre
"verlorene Heimat" zu beklagen haben.
Zweifelhafter Höhepunkt des Dramas
ist der Versenkung des Schiffes durch ein russisches U-Boot und damit das Ende
der 9000 Passagiere. Ihren Tod verursacht zwar der militärische Feind, der
eigentlich Schuldige in der ZDF Produktion ist aber der Gustloff Funker. Über
ihn sagte der TV Darsteller:" ich spiele den Verräter, den Mann, der den
Russen die Koordinaten durch gibt". Zwar habe es diese Figur nicht geben,
doch seit ihrer Erfindung notwendig gewesen, damit keine politisch
dramaturgische Schieflage entstellt.
In welchen Zusammenhängen der
Verräter tätig war, einen in der Geschichtswissenschaft bislang völlig
unerkannter Saboteure, erklärt der TV Berater des Zweiten Deutschen Fernsehens.
Demnach ist der Untergang "von Deutschen" eingefädelt worden,
"die hinter der Front umgedreht" wurden. Womöglich vom
Nationalkomitee Freies Deutschland, einem Zusammenschluss von deutschen
Kriegsgefangenen und kommunistischen Emigranten in der Sowjetunion.
Ach! Das war also nicht der
militärische Feind, schuld ist der böse Kommunismus. Eine ganz neue Darstellung
der Geschichte.
Natürlich wurde dieser Propagandafilm der deutschen
Regierungschefin im kürzlich in einer Sonderförderung dargeboten. Auch vor 60
Jahren hat man Propagandafilme dem Auftraggeber in Berlin vorgeführt. Anwesend
waren auch der deutsche Kulturstaatsminister mehrere Bundestagsabgeordnete
sowie die Präsidenten des Bundes der Vertriebenen. Frau Steinbach
offenbarte, daß die 10 Millionen Produktion des ZDF auf Anregung der CDU
Parteiführung entstand. Treibende Kraft sei der CDU CSU Fraktionsvorsitzende
im Deutschen Bundestag Volker Kauder gewesen. Für diesen Einsatz erhält Kauder in
der kommenden Woche eine Medaille des Bundes der Vertriebenen.
Die
Botschaft dieser" staatsnahen "TV Ausstrahlung wird in der deutschen
Presse vorab erläutert. Es handele sich um eine Anklage gegen das
Nationalkomitee freies Deutschland, eine antifaschistische Organisation des
alliierten Widerstands, schreibt der Tagesspiegel. "An der Spitze standen KPD
Funktionäre wie Walter Ulbricht und Wilhelm Piek."
Offenbar versucht die
bürgerliche Presse im Auftrag der Union die Geschichte etwas zu verschönern.
Nicht der Krieg ist schuld an den Opfern, denn den haben wir ja selbst
angefangen. Nein, die bösen Kommunisten sind schuld an den Opfern. Und am
besten, wenn man dann noch eine direkte Verbindung zu den Vorgängern der SED
herstellen kann, weil deren Nachfolger ja "jetzt mit der SPD“ ….
Das ist alles ganz schön merkwürdig.
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