Bodybag und Public Viewing
Mittwoch 25 Juni 2008 um 12:52 Nein, - ich bin kein Feind der englischen Sprache. Im Gegenteil - ich mag sie sehr.Trotzdem ich nur mit einer, naja Grundlage kann man es kaum nennen - von der Hauptschule ausgerüstet war, habe ich meine Kenntnisse im Laufe der Jahre soweit gesteigert, dass ich frei english sprechen kann und Filme als Original schaue. Klar, wenn man seit den 80er Jahren Computer hat, - ohne English geht es nicht.
Englisch ist in. Die Marketingangeber meinen wohl, dass sie mir jeden Scheiss verkaufen können, wenn der Name nur gefällig ist und english klingt.
Ich weiss, manche Dinge haben halt einen englischen Namen. Mir würde auf Anhieb nix deutsches, ansprechendes für "dataminig" einfallen bleistiftsweise. Aber eine Festplatte und ein Klapprechner wären mir ein Begriff.
Sauwitzig wird es, wenn die Marketingangeber selber keine Ahnung haben.
Ich las in einem Werbeblatt eines örtlichen "Kaufparadieses" letztes Jahr von Bodybags.
Das waren Rucksäcke, welche man einfach modern umbenannt hatte.
Bodybags sind aber keine Rucksäcke. Es sind Leichensäcke. Dumm gelaufen.
eine weitere, jedem bekannte Stilblüte ist Public Viewing. Jeder nennt eine Menge von Leuten, die zusammen Fussball auf einem Bildschirm schauen "Public Viewing"
Public Viewing ist, wenn die Gemeinde in der Kirche vom aufgebarten Leichnam Abschied nimmt. - Also irgendwie etwas ganz anderes.
Was muss ein Engländer oder Amerikaner denken, wenn man ihn auffordert seinen Bodybag zu schnappen und mit zum Public Viewing zu kommen? *gg*
Mich wundert es, dass viele dieser Begriffe unreflektiert von unseren Leitmedien übernommen werden. Irgendwo muss es doch auch in den Redaktionen Muttersprachler geben, die auf so einen Blödsinn aufmerksam machen könnten.....