Was Guttenberg und Obama gemeinsam haben
Donnerstag 22 Oktober 2009 at 04:20 amAls dieses Jahr der Friedensnobelpreisträger Barak Obama bekannt gegeben wurde, gab es viel Verwunderung in Deutschland. Viele meiner Mitmenschen waren fassungslos. "Für was?" - Das war eine vielgestellte Frage. Es war unverständlich für viele Leute, dass man einen Preis bekommt, kurz nach der Amtseinführung und einfach nur für eine Hoffnung, dass der Betreffende seinen Job gut macht. Irgendwann.
Ich kann sowohl die Nominierung, als auch die Verwunderung meiner Mitmenschen verstehen. Was ich aber nicht verstehen kann ist, dass die gleichen Deutschen, die sich darüber wundern, dass Barak Obama einen Preis quasi für nichts bekommt, kein Problem damit haben "Gutti" Guttenberg nur wenige Wochen nach seinem Amtseintritt, - ohne dass er irgendwas zu Stande gebracht hätte - zum beliebtesten Politiker Deutschlands zu wählen.
Für was? - Das ist auch hier die Frage.
Bereits kurze Zeit nach dem Guttenberg-Wechsel ins Bundeswirtschaftsministerium sprang er auf der in Umfragen erhobenen Beliebtheitsskala in die Spitzengruppe der “beliebtesten” Politiker Deutschlands. Dies war nicht die Folge herausragender Politik (dafür war die Guttenberg-Amtszeit viel zu kurz), sondern das Resultat einer äußerst wohlwollenden Medienberichterstattung. Der Begriff “Hofberichterstattung” ist die treffende Charakterisierung dieses Vorgangs. Zum Beispiel auch im STERN.
BILD machte ihn zu "Gutti" und in allen Medien tauchte der Mann mit den geölten Haaren auf und verkaufte sich. Logischerweise ist er "zufällig" mit Kai Diekmann von Bild befreundet. Beide waren zum Beispiel Gäste der ominösen "Ackermann-Party" im Kanzleramt. Schon bei der Amtseinführung wurde in allen möglichen Medien gelogen, dass sich die Balken bogen. Man schrieb, er wäre Geschäftsführer eines mitteständigen Unternehmens. In allen Interviews erzählte BILD Liebling Gutti von seinen immensen Erfahrungen im eigenen Familienunternehmen. Gelogen.
Seine "Firma" bestand aus 3 Beschäftigten und hatte den Zweck das Familienvermögen zu verwalten. Obwohl damit klar ist, dass viele Hausfrauen in Deutschland über erheblich mehr Wirtschaftskompetenz verfügen und BILD-Gutti ausser Lächeln noch nichts zu Wege gebracht hat - die Deutschen machen ihn zum beliebtesten Politiker Deutschlands.
Ich glaube am Beispiel Guttenberg kann man gut verstehen wie die Meinungsmanipulation in Deutschland funktioniert und vielleicht auch warum Obama einen Friedensnobelpreis bekommen hat.
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